Handlettering ist die Kunst, schöne Buchstaben zu gestalten. Diese Kunst hat sich die Auslikerin Jsa Trümpler von “Jsas” zum Beruf gemacht. Am Mittwoch, 28. August, stellte sie ihr Geschäft den Aktiven Geschäftsfrauen Uster auf kreative Weise vor.
Bei strahlendem Spätsommerwetter, die Sonne steht hoch am Himmel und die Hitze des Tages ist noch deutlich spürbar, treffen sich die Mitglieder der Aktiven Geschäftsfrauen Uster (AGU) im Restaurant Seestern in Niederuster. Der Anlass dieses Zusammenkommens ist die Geschäftspräsentation der Handlettering-Künstlerin Jsa Trümpler aus Auslikon.
Der Abend beginnt in einem separaten Raum des italienischen Restaurants, in dem die Frauen eine liebevoll arrangierte Atmosphäre erwartet: Snacks und Getränke stehen bereit und Jsas Handlettering-Kunstwerke zieren den Raum liebevoll. Auf dem grossen Tisch in der Mitte des Raums liegt für jede Teilnehmerin ein von Jsa handgefertigtes Namensschild – eine erste Kostprobe ihrer künstlerischen Arbeit.
Nach einem ausgiebigen Kennenlernen und Wiedersehen ergreift Beatrice Steiger gegen 19 Uhr das Wort und begrüsst die anwesenden Frauen herzlich. Sie nutzt die Gelegenheit, um einige interessante Empfehlungen auszusprechen, wie z.B. die Lesung des neuen Buches von Maya Onken „Beziehungsstatus unzufrieden“ in der Buchhandlung Doppelpunkt am Dienstag, 10. September, um 19.30 Uhr.

Kurz nach 19 Uhr beginnt die Präsentation von Jsa Trümpler. Bereits am Weihnachtsanlass vor zwei Jahren hatten die AGU-Mitglieder die Gelegenheit, mit Jsa in die Welt des Handletterings einzutauchen. Doch am heutigen Abend gibt Jsa einen noch tieferen Einblick in ihre kreative Leidenschaft und ihren beruflichen Werdegang.
Ein Bastelkeller und ein weiterer kreativer Wunsch
“Schon in meinem erlernten Beruf als ausgebildete Kindergärtnerin, hatte ich den Wunsch, kreativ tätig zu sein”, erzählt sie. Und obwohl ihr damals von vielen Seiten geraten wurde, den sicheren Weg zu gehen, entwickelte sie ein Konzept für einen Bastelkeller für Kinder, um in ihrem kleinen Weiler Auslikon eine kreative Freizeitmöglichkeit für die Jüngsten zu schaffen.
“Während der Bastelkeller erfolgreich anlief, spürte ich, dass das nicht genug war – ich wollte selbst kreativ sein und etwas Eigenes schaffen”, fährt sie fort. Ungefähr zur gleichen Zeit begann das Handlettering in der Schweiz populär zu werden. Jsa: “Diese Kunstform begeisterte mich sofort und ich begann, die Techniken des Handletterings autodidaktisch zu lernen, meine Werke auf Koffermärkten auszustellen und zu verkaufen.”
Bald erkannte Jsa jedoch, dass sich standardisierte Poster mit Sprüchen, wie sie damals in Mode waren, nur schwer verkaufen liessen, da ähnliche Produkte in Dekorationsgeschäften zu günstigeren Preisen angeboten wurden. “So kam ich auf die Idee des Custom Designs, bei dem die Kundinnen und Kunden ganz individuelle Handlettering-Plakate, -Karten und andere Dekorationsartikel bei mir in Auftrag geben können.”
Dieses individuelle Design ist auch heute noch eines von Jsas drei beruflichen Standbeinen. Neben dem Handlettering widmet sie sich auch der Malerei und schafft farbenfrohe und fantasievolle Bildkunst. Schliesslich ist sie auch ihrem ursprünglichen Beruf treu geblieben und unterrichtet stundenweise oder arbeitet im Kindergarten.
Die Chance, Handlettering selbst auszuprobieren
„Handlettering ist die Kunst, schöne Buchstaben zu gestalten“, erklärt Jsa und betont den grossen Unterschied zur Kalligrafie, bei der alle Buchstaben exakt gleich aussehen müssen. „Beim Handlettering kombinieren wir Druck- und Schnürlischrift, arbeiten mit verschiedenen Stiften und Klebebändern, um den Bildern eine künstlerische Note zu verleihen. Wir sind beim Zeichnen völlig frei.”
Und dann kommt der spannende Moment, auf den alle gewartet haben: „Jetzt habe ich genug erklärt und ihr könnt euch im Handlettering versuchen“, verkündet Jsa mit einem Lächeln. Sofort legen die AGU-Mitglieder los und lassen sich von Jsa zeigen, wie man ein Plakat oder eine Karte gestaltet. Verschiedene Materialien und Stifte in unterschiedlichen Farben und Formen liegen bereit, um die Kreativität der Teilnehmerinnen anzuregen.

Auf die Frage, woher sie ihre Inspiration nehme, antwortet Jsa: „Inspiration hole ich mir im Internet, zum Beispiel auf Pinterest. Denn es gibt nichts, was es noch nicht gibt, aber unzählige, inspirierende Ideen, die schon jemand entwickelt hat“.
Bald wird es ganz still im Raum und die Teilnehmerinnen vertiefen sich in ihre kreativen Arbeiten. Viele zaubern wunderschöne Schriftzüge auf ihr Papier, andere suchen Inspiration auf ihren Handys oder in Jsas ausgestellten Kunstwerken. Am Ende der der Handlettering-Stunde liegen auf dem grossen Tisch rund 30 kleine Karten oder bemalte Papierbögen – alle einzigartig und individuell gestaltet. Jsa ist begeistert von den Ergebnissen: „Diese Kunst ist wunderschön und kann nicht perfekt sein. Jede Handschrift ist so einzigartig wie die Person, die sie zeichnet. Ich bin sicher, dass sich heute viele Menschen zu Hause über die schön gestalteten Souvenirs freuen werden“.
Ausklang mit Gaumenschmaus
Gegen 20 Uhr begibt sich die Gruppe auf die Terrasse des Restaurants, wo ein leckeres, individuell ausgewähltes Abendessen serviert wird. Der Abend klingt in entspannter Atmosphäre mit interessanten Gesprächen und guter Unterhaltung aus. Ein gelungener Anlass, der mit Kreativität und Kunst begann und mit Genuss und Zufriedenheit endet.
Ankündigung: Ausstellung „Artwomen“, Zeughausareal Uster, von Freitag, 4., bis Sonntag, 6. Oktober, mit 22 Künstlerinnen
Fotos: AGU / Tanja Frei


